YouTube hat am 3. September 2026 das Shopping-Affiliate-Programm in Deutschland gestartet, zum Start mit zehn großen Händlern: OTTO, MediaMarktSaturn, Kaufland, ABOUT YOU, Shop-Apotheke, Tchibo, Bonprix, Home24, Thalia und XXXLutz. Für eure Marke heißt das: Creator, denen eure Zielgruppe vertraut, können Produkte direkt im Video taggen, und aus einer Empfehlung wird ein messbarer Klick zum Kauf. Wer Influencer-Marketing auf YouTube plant, bekommt damit einen Kanal dazu, der Empfehlung und Kauf in einem Schritt zusammenbringt.

Was hat YouTube in Deutschland gestartet?

Beim Shopping-Affiliate-Programm markieren Creator Produkte der teilnehmenden Händler in ihren Videos. Klicken Zuschauende auf ein getaggtes Produkt und kaufen es, erhält der oder die Creator*in eine Provision. Wie Andreas Briese, Managing Director YouTube Germany, im deutschen YouTube-Blog schreibt, ist der Start an die Partnerschaft mit den zehn Händlern gekoppelt. Die Spanne reicht von Elektronik (MediaMarktSaturn) über Mode (ABOUT YOU, Bonprix) und Möbel (Home24, XXXLutz) bis zur Online-Apotheke (Shop-Apotheke).

Zwei neue Funktionen kommen dazu. YouTube nutzt KI, um Creator beim automatischen Taggen der im Video gezeigten Produkte zu unterstützen. Und das Shopping-Erlebnis läuft nicht mehr nur in Shorts und Longform, sondern auch auf dem Fernseher: Zuschauende können während eines Videos direkt Produktdetails aufrufen.

Warum setzt YouTube gerade jetzt auf Shopping?

YouTube ist in Deutschland der Ort, an dem Kaufentscheidungen recherchiert werden, nicht nur der Ort, an dem Werbung läuft. Laut YouTube haben allein hierzulande im Juni 2026 über 25 Millionen angemeldete Nutzerinnen und Nutzer shoppingbezogene Suchanfragen auf der Plattform gestellt. Eine Kantar-Umfrage stuft YouTube in Deutschland zudem als Video-Plattform Nummer eins ein, wenn Menschen eine Marke oder ein Produkt vor dem Kauf recherchieren, prüfen oder sich dafür entscheiden.

Dazu kommt ein Wert, der für die Umsetzung wichtig ist: In einem internen, globalen YouTube-Experiment im Juli 2026 verzeichneten Videos über 110 Prozent mehr Produktklicks, wenn Creator ausschließlich Produkt-Tags nutzten statt nur Links in der Videobeschreibung. Das Tag im Video schlägt also den Link darunter deutlich.

Was heißt das Affiliate-Programm für eure Marke?

Für Marken und Händler entsteht ein Performance-Kanal über Stimmen, denen Kundinnen und Kunden ohnehin vertrauen. Der Unterschied zum klassischen Influencer-Deal: Die Empfehlung ist nicht nur Reichweite, sondern führt über ein Produkt-Tag direkt in den Kauf. Damit rückt Creator-Content näher an den Abverkauf, statt nur auf Awareness einzuzahlen.

Miriam Fonfe, Director Marketing Germany bei MediaMarktSaturn, ordnet es für erklärungsbedürftige Produkte ein: Kundinnen und Kunden stützen ihre Kaufentscheidung bei Elektronik oft auf Unboxings, Gaming-Setups und Expert*innen-Reviews ihrer Lieblings-Creator. Genau in diesem Moment der Inspiration greife das Programm die Kaufbereitschaft ab.

Der zweite Hebel: Händler können reichweitenstarke Creator-Videos laut YouTube über Mediakampagnen verlängern. Organische Empfehlung und bezahlte Reichweite greifen also ineinander, statt getrennt zu laufen.

Für Marken ohne direkte Affiliate-Anbindung bleibt die Creator-Auswahl der entscheidende Hebel, das Kernstück im Influencer-Marketing auf YouTube. Ein getaggtes Produkt trägt euren Namen in ein fremdes Video. Deshalb zählt, ob Kanal, Tonalität und Community wirklich zu eurer Marke passen, und Brand Safety gehört vor die Kooperation, nicht dahinter. Wie sich die Affiliate-Funktionen zuvor für kleinere Creator geöffnet haben, haben wir in YouTube Creator Partnerships und Affiliate ab 500 Abonnenten eingeordnet.

Wie geht ihr das Shopping-Affiliate-Programm an?

  1. Zugang klären. Prüft, ob eure Produkte über einen der Startpartner oder euren eigenen Shop für Produkt-Tags erreichbar sind. Die Voraussetzungen beschreibt die YouTube-Hilfe zum Shopping-Affiliate-Programm. Davon hängt ab, ob ihr direkt teilnehmt oder den Weg über Creator-Kooperationen geht.
  2. Creator und Formate wählen. Wer spricht bereits glaubwürdig über eure Produktkategorie? Und welche Formate zahlen auf eine Kaufentscheidung ein, etwa Unboxing, Review oder Vergleich? Ein Produkt-Tag wirkt nur, wenn es nach echter Empfehlung aussieht und nicht nach Werbung.
  3. Messung aufsetzen. Ihr braucht ein Messmodell, das den Affiliate-Klick zu euren übrigen YouTube-Aktivitäten in Beziehung setzt. Sonst optimiert ihr im Blindflug.

Wer YouTube ohnehin als Markenkanal aufbaut, sollte das Affiliate-Programm nicht als Einzelmaßnahme sehen, sondern als Baustein neben eigenem Kanal, Formaten und bezahlter Ausspielung. Als YouTube-Agentur aus Hamburg helfen wir Marken dabei, die passenden Creator-Partnerschaften aufzusetzen und den Erfolg messbar zu machen. Wie das in echten Projekten aussieht, zeigen unsere Case Studies. Wenn ihr das für eure Marke durchspielen wollt, sprecht uns an.

FAQ

Was ist das YouTube Shopping-Affiliate-Programm?

Ein Programm, bei dem Creator Produkte teilnehmender Händler in ihren YouTube-Videos taggen und bei einem Kauf über diesen Tag eine Provision erhalten. In Deutschland ist es seit dem 3. September 2026 verfügbar.

Welche Händler sind in Deutschland zum Start dabei?

Laut YouTube OTTO, MediaMarktSaturn, Kaufland, ABOUT YOU, Shop-Apotheke, Tchibo, Bonprix, Home24, Thalia und XXXLutz.

Was bringt das Programm Marken im Vergleich zu klassischem Influencer-Marketing?

Die Creator-Empfehlung führt über ein Produkt-Tag direkt in den Kauf. So zahlt Creator-Content messbar auf den Abverkauf ein und nicht nur auf Reichweite. Reichweitenstarke Creator-Videos lassen sich zusätzlich als Mediakampagne ausspielen.

Warum setzt YouTube auf Produkt-Tags im Video?

Weil sie mehr Klicks bringen: In einem internen, globalen Test im Juli 2026 erzielten Videos mit Produkt-Tags laut YouTube über 110 Prozent mehr Produktklicks als Videos mit Links nur in der Beschreibung.

Können auch Marken ohne eigenen Shop-Zugang profitieren?

Ja, über Creator-Kooperationen. Entscheidend sind die Passung von Kanal, Tonalität und Community zur Marke und Formate, in denen die Empfehlung glaubwürdig bleibt.

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