Wie komme ich bei Google auf Platz 1? (Meinungsbeitrag)

By Februar 2016 Mai 15th, 2016 Meinung

Am Anfang war das Keyword: Bei Google musst du gut ranken. Wenn du nicht in den Top 5 bist, gibt’s dich nichtmal, ne? Also Keywords in den Text. Je mehr, desto besser. Google hat’s belohnt, weil die Texte hervorragend zu durchsuchen waren. Nur für Menschen halt nicht mehr.

Mist.

Zum Glück sitzen bei Google ein paar ganz schlaue Menschen. Die haben an ihrem Algorithmus geschraubt, ihn RankBrain genannt, und jetzt erkennt Google, ob der Text von einem Autor oder einem SEO-Deppen geschrieben wurde.

Mist.

Wie soll man denn jetzt oben bei Google ranken? So ein paar kleine Tricks und Hacks gibt’s zwar noch, aber die Luft wird dünn und Skynet Google tendenziell eher besser darin, den Mist auszusieben. Muss man am Ende etwa anfangen, Inhalte für die Leser zu schreiben ????

Oh Fuck…

Dabei sollte man mit dem Internet doch schnell und ohne zu arbeiten reich werden. Das bedeutet dann ja richtig Arbeit mit Ärmel hochkrempeln, Nachdenken, Mehrwerte schaffen und so.

Jo.

Alle anderen sind dafür sehr dankbar, wenn wir endlich aufhören, Inhalte für Maschinen zu schaffen. Wir werden uns mit der verstörenden neuen Welt anfreunden müssen, in der Traffic zu Lesern und Zuschauern, zu Menschen werden, mit denen wir uns mithilfe des Internets doch eigentlich nicht mehr auseinandersetzen wollten.

Pech gehabt.

Eigentlich hätte auch alles prima funktioniert, aber der Mensch ist Mensch und vor allem ist er faul. Und so hat er früh angefangen, die Suchmaschinen auszutricksen: Hunderte Keywords in weiß auf weißem Hintergrund und andere Tricks, damit Google denkt, die eigene Seite sei relevant. Die Geburt von SEO (Search Engine Optimization).

Boom!

Die Suchmaschinen-Optimierung hat seitdem eine raketenhafte Karriere hingelegt und ist die vermutlich wichtigste Disziplin im Marketing. Ist ja auch völlig verständlich, dass man einer Maschine helfen muss, ihre Arbeit gut zu verrichten. Aber irgendwo hat doch jemand die Ausfahrt verpasst, oder? Zumindest gibt es seit einiger Zeit eine Gegenbewegung:

Content Marketing.

Heiß diskutiert. Unverständlich definiert. Als heiliger Gral plakatiert. Aber eigentlich ganz einfach: Content sind alle Inhalte, mit denen wir mit anderen Menschen kommunizieren. Und das soll das nächste große Ding sein? Eine Revolution?!

Ja.

Content Marketing ist eine revolutionäre Idee – leider, aber besser spät als nie. Marketing beschreibt die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihrer Zielgruppe (Wikipedia: The means of communication between the company and the consumer audience). Verrückt, aber wahr: Die wichtigste Disziplin in der Kommunikation mit unseren Kunden ist die Optimierung der Inhalte – mit denen wir kommunizieren – für Maschinen.

S E fucking O.

Content Marketing ist nur die bescheidene und vermeintlich originelle Idee, mal Inhalte für die zu produzieren und optimieren, mit denen wir kommunizieren wollen. Und daher bieten wir einen völlig neuen, revolutionären Service an:

SPO

Searching People Optimization. Die Optimierung der Inhalte für Menschen, die danach suchen. What? Crazy, right? #sooriginal

Aber mal im Ernst.

Hätte niemand die Idee gehabt, weiße Keywords vor weißem Hintergrund auf seine Seite zu stellen (oder einen der anderen zahllosen Tricks und Google-Hacks), hätte der ursprüngliche Algorithmus von Google heute vielleicht immer noch ein präzises Abbild der Web-Landschaft gemalt und relevante Suchergebnisse geliefert. Aber die SEO-Rockstars haben angefangen, immer mehr Müll ins Netz zu spülen, um bei Google zu ranken. Also musste Google besser darin werden, relevante und gute Inhalte zu erkennen. Und langsam ist Google so gut, dass SEO bedeutet, Inhalte zu erstellen, die für Menschen optimiert sind:

Content Marketing.

Kein heiliger Gral. Harte Arbeit (mit echtem Nachdenken). Aber gute Inhalte.