Eine gemeinsame Liste mit allen Trends gibt es auf YouTube nicht mehr. YouTube hat die Trends-Seite 2025 abgeschaltet, angekündigt im Juli 2025. Heute findet ihr Trends in den YouTube Charts für einzelne Kategorien wie Musik, Podcasts und Filmtrailer, im Tab „Inspiration“ in YouTube Studio, in Google Trends mit der YouTube-Suche als Quelle und in den Videos eurer Nische, die gerade weit mehr Aufrufe holen als sonst auf ihrem Kanal. Für Markenkanäle zählt am Ende eine Frage: Ist das ein kurzer Ausschlag, ein Thema für mehrere Wochen oder ein Format, das ihr dauerhaft übernehmen könnt?
Warum ist die Trends-Seite auf YouTube weg?
YouTube hat die Seite eingestellt, weil kaum noch jemand sie besucht hat. In der offiziellen Ankündigung im YouTube-Hilfeforum vom 10. Juli 2025 schreibt YouTube, die Besuche auf der Trends-Seite seien „deutlich zurückgegangen, besonders in den letzten fünf Jahren“. Als Grund nennt YouTube, dass es statt weniger großer Trends heute viele kleine gibt, jeweils in einzelnen Fangemeinden. Von solchen Trends erfahren Zuschauerinnen laut YouTube über Empfehlungen, Suchvorschläge, Shorts, Kommentare und Communities.
Wo zeigt YouTube heute, was im Trend liegt?
Was im ganzen Land gerade läuft, zeigen die YouTube Charts. Laut Ankündigung gibt es sie für Musikvideos, wöchentliche Top-Podcasts und Filmtrailer, weitere Kategorien sollen folgen. Für Gaming-Videos bleibt die Gaming-Seite unter „Erkunden“. Alle Zuschauerinnen im selben Land sehen in den Charts dieselben Videos, und YouTube aktualisiert sie etwa alle 30 Minuten.
Für die Rangfolge zählen laut YouTube unter anderem die Aufrufe, wie schnell sie wachsen, woher sie kommen, auch von außerhalb von YouTube, das Alter des Videos und wie gut es im Vergleich zu den letzten Uploads desselben Kanals läuft. Aufrufe aus YouTube-Anzeigen rechnet YouTube nicht mit. Anzeigen-Aufrufe helfen eurem Video also nicht in die Charts.
Für einen Markenkanal über Versicherungen, Werkzeug oder Software sind die Charts kaum brauchbar. Musik, Trailer und Podcasts haben mit eurer Nische meist nichts zu tun.
Wie findet ihr Trends in eurer eigenen Nische?
Für die eigene Nische hilft am meisten, die Aufrufe jedes Videos mit den üblichen Aufrufen seines Kanals zu vergleichen. Ein Video mit 80.000 Aufrufen auf einem Kanal, der sonst 8.000 holt, sagt mehr über ein Thema als eines mit 2 Millionen auf einem Kanal, der immer 2 Millionen holt. Solche Videos heißen Outlier.
Drei Werkzeuge zeigen euch, was gerade wächst:
- Der Tab „Inspiration“ in YouTube Studio. Laut Ankündigung liefert dieser Tab Creatorinnen weiterhin Ideen, die auf ihr eigenes Publikum zugeschnitten sind, damit sie „das nächste große Ding für ihren Kanal“ erkennen.
- Google Trends mit der YouTube-Suche als Quelle. In Google Trends lässt sich die Suchart von „Websuche“ auf „YouTube-Suche“ umstellen, wie 1of10 beschreibt. Unter „Ähnliche Suchanfragen“ zeigt die Ansicht „Steigend“ die Begriffe mit dem stärksten Zuwachs. Steht dort statt einer Prozentzahl „Breakout“, ist der Begriff laut Google-Trends-Hilfe um mehr als 5.000 Prozent gewachsen. Die Kurve in Google Trends zeigt Werte von 0 bis 100, und diese Werte sind keine Suchmengen: Google rechnet jeden Wert auf das gesamte Suchaufkommen um.
- Die YouTube-Suche selbst. Sucht nach dem Begriff eurer Nische und filtert auf Uploads dieser Woche. Dann vergleicht ihr die Aufrufe der Treffer mit dem, was ihre Kanäle sonst holen.
Ob jemand nach eurem Thema sucht, prüft ihr anschließend mit einer Keyword-Recherche für YouTube.
Schritt für Schritt: Trends finden in 30 Minuten pro Woche
- Outlier der letzten sieben Tage suchen. In der YouTube-Suche den Begriff eurer Nische eingeben und auf Uploads dieser Woche filtern. Für die ersten 20 Treffer den Kanal öffnen und schätzen, wie viele Aufrufe seine letzten zehn Videos im Schnitt haben. 1of10 empfiehlt, jedes Video zu notieren, das mehr als das Dreifache dieses Schnitts hat.
- Titel und Thumbnail der Outlier festhalten. Notiert, wie der Titel gebaut ist und was das Thumbnail zeigt, getrennt vom Thema. Das Muster lässt sich oft auf euer eigenes Thema übertragen.
- Den Begriff in Google Trends prüfen. Quelle „YouTube-Suche“, Zeitraum 30 Tage, Region Deutschland. Steigt die Kurve noch, lohnt sich ein eigenes Video eher als bei einer Kurve, die schon wieder fällt.
- Die Uploads eurer wichtigsten Wettbewerber durchsehen. 1of10 rät zu zehn bis zwanzig Kanälen aus eurer Nische. Wer hat diese Woche etwas anders gemacht als sonst, und wie lief es?
- Die Kommentare unter den zwei größten Outliern lesen. Hier stehen die Fragen, die das Video offenlässt.
Spike, Trend oder Format: Was davon lohnt sich für eine Marke?
Nicht jedes Video mit vielen Aufrufen zeigt einen Trend. 1of10 unterscheidet in seinem Leitfaden drei Arten von Bewegung:
- Ein Spike ist ein einzelnes Video, meist zu einer Nachricht, und nach etwa 72 Stunden vorbei.
- Bei einem Trend wachsen drei oder mehr Kanäle über mehrere Wochen mit demselben Thema. Hier bleibt Zeit für ein richtig geplantes Video.
- Ein Format ist ein Muster aus Titel und Thumbnail, das jedes einzelne Thema überdauert. Das übernehmt ihr in euer Packaging.
Für Markenkanäle lohnen sich Formate am meisten und Spikes am wenigsten. Für Spikes fehlt fast immer die Zeit. Trends passen, wenn das Thema zu eurem Kanal gehört. Formate sind am wertvollsten, weil sie laut 1of10 Monate bis Jahre halten, Trends dagegen Wochen bis Monate. Wie ihr daraus ein Konzept macht, steht im Beitrag YouTube-Ideen finden.
Welche Fehler ihr vermeiden solltet
- Spikes hinterherlaufen. Ein Video, das erst nach einer Woche fertig ist, erreicht eine Zuschauerschaft, die längst weitergezogen ist.
- Das Thema übernehmen und das Format ignorieren. Kopiert ihr nur den Inhalt eines Outlier-Videos, fehlt meist der Titel oder das Thumbnail, wegen denen es angeklickt wurde.
- Trends über die Zielgruppe stellen. Ein Trend, der nicht zu den Menschen passt, die euer Kanal erreichen soll, bringt Aufrufe von den Falschen.
Ihr wollt für euren Markenkanal eine Trend-Routine aufsetzen? Sprecht mit uns von Klein aber, der YouTube-Agentur aus Hamburg. Mehr Anleitungen zu Ideen, Packaging und Kanalaufbau findet ihr in unserem Wissensbereich.
FAQ
Wo finde ich die YouTube Trends?
Die alte Trends-Seite gibt es nicht mehr, YouTube hat sie 2025 abgeschaltet. Trends findet ihr heute in den YouTube Charts für Musikvideos, Podcasts und Filmtrailer, für Gaming auf der Gaming-Seite unter „Erkunden“, im Tab „Inspiration“ in YouTube Studio, in Google Trends mit der Quelle „YouTube-Suche“ und in Videos eurer Nische, die weit mehr Aufrufe holen als sonst auf ihrem Kanal.
Warum ist YouTube Trends weg?
YouTube hat die Trends-Seite abgeschaltet, weil die Besuche dort laut YouTube in den letzten fünf Jahren deutlich zurückgegangen sind. Trends verbreiten sich heute über Empfehlungen, Suchvorschläge, Shorts und Kommentare.
Wie sehe ich YouTube Trends in Deutschland?
Die YouTube Charts zeigen allen Zuschauerinnen in Deutschland dieselben Videos, bisher für Musik, Trailer und Podcasts. Für andere Themen stellt ihr Google Trends auf die Region Deutschland und die Quelle „YouTube-Suche“ um.
Werden Anzeigen-Aufrufe für die YouTube Charts gezählt?
Nein. Aufrufe aus YouTube-Anzeigen zählen laut YouTube nicht für die Charts.
Was ist der Unterschied zwischen einem Trend und einem Spike?
Ein Spike ist ein einzelnes Video, das nach etwa drei Tagen vorbei ist. Bei einem Trend wachsen mehrere Kanäle über Wochen mit demselben Thema. Für Markenkanäle mit Freigabeprozess lohnt sich von beiden meist nur der Trend.



