Google öffnet die Search Profiles für deutlich mehr Creator: 35.000 Follower auf YouTube, Instagram oder X reichen jetzt, vorher waren 100.000 nötig. Parallel bekommen Channel Manager künftig dieselben Copyright-Mails wie Kanalinhaber, und vertikale Livestreams lassen sich im neuen Practice Mode proben, bevor jemand zuschaut. Dazu erklärt YouTube, was bei Qualified Views und Qualified Watch Hours überhaupt zählt. Gezeigt im aktuellen Creator-Insider-News-Flash.
Google Search Profiles ab 35.000 Followern: mehr Creator mit offizieller Google-Seite

Google hat die Zugangshürde für Search Profiles gesenkt. Wer auf YouTube, Instagram oder X mindestens 35.000 Follower hat, qualifiziert sich jetzt. Vorher lagen die Anforderungen bei 100.000. Für Accounts, die nur auf TikTok aktiv sind, liegt die Grenze bei 100.000 statt bisher 300.000. Ein Search Profile ist die offizielle Präsenz einer Person bei Google: eine teilbare Seite, die Social-Accounts, Websites, Videos, Links und die neuesten Posts an einer Stelle bündelt. Eingerichtet wird sie über Googles Seite zu den Search Profiles, dort steht auch die Einschränkung, die für die Planung in Deutschland zählt: Verfügbar sind die Profile derzeit in den USA, die Ausweitung auf weitere Länder hat Google für später im Jahr angekündigt.
Was das für euch heißt: Das Update betrifft euch an zwei Stellen. Bei der Creator-Auswahl bekommt ihr eine von Google verifizierte Übersicht über alle Kanäle einer Person, statt Reichweiten aus fünf Plattformen zusammenzusuchen. Und weil die Schwelle von 100.000 auf 35.000 fällt, gilt das bald auch für die mittelgroßen Partner, bei denen die Recherche bisher am mühsamsten war. Wie ihr aus dieser Vorauswahl den passenden Partner macht, steht in unserem Leitfaden dazu, wie ihr den richtigen Influencer findet. Zweitens eure eigenen Gesichter: Für Unternehmen selbst ändert sich nichts, deren Knowledge Panel bleibt am Google Business Profile hängen. Die Menschen vor eurer Kamera aber, Gründerinnen, Hosts, Testimonials, fallen ab 35.000 Followern in die Berechtigung. Wenn eine Person euer Markengesicht ist, gehört ihr Google-Auftritt in eure Planung.
Neue Search-Console-Berichte: wie eure Videos und Posts in der Google-Suche laufen

Google hat neue Berichte in der Search Console gestartet, die zeigen, wie Inhalte von Social- und Video-Plattformen in der Suche auftauchen und dort performen. Sichtbar wird laut Creator Insider unter anderem, über welche Suchanfragen Menschen die Inhalte finden und welche Posts am stärksten laufen. Die technische Grundlage dafür sind die Plattform-Properties, die Google im Juli weltweit eingeführt hat.
Was das für euch heißt: Eure YouTube-Videos werden damit als Suchergebnis messbar, nicht nur als YouTube-Aufruf. Das ist der Bericht, der bisher zwischen SEO-Reporting und Video-Reporting gefehlt hat. Bislang endete die Frage „Wie sichtbar sind wir bei Google?“ an der Domain-Grenze, obwohl ein gut rankendes Video für viele Suchanfragen die eigentliche Antwortseite ist. Achtet dabei auf die richtige Lesart: Gemessen wird die Google-Suche, nicht die Suche innerhalb von YouTube. Für die Content-Planung heißt das trotzdem konkret: Ihr seht, welche eurer Videos Google-Traffic gewinnen, und könnt genau diese Themen ausbauen, statt nach Bauchgefühl zu priorisieren.
Copyright-Mails für Channel Manager: Claims landen nicht mehr nur beim Kanalinhaber

Alle Channel Manager bekommen künftig E-Mail-Benachrichtigungen zu Copyright-Claims und Entfernungsanfragen, genau wie Kanalinhaber. YouTube begründet den Schritt mit besserer Sichtbarkeit für mögliche Copyright-Einschränkungen, damit Manager einen Kanal schneller und effizienter betreuen können. Ein Copyright-Claim ist dabei entweder ein Content-ID-Claim oder eine Entfernungsanfrage, also zwei verschiedene Wege, Urheberrechte geltend zu machen, mit sehr unterschiedlichen Folgen für ein Video.
Was das für euch heißt: Das ist das Update mit der größten Wirkung im Tagesgeschäft. In vielen Marken liegt die Kanalinhaberschaft bei einer Person aus dem Marketing oder bei einem zentralen Brand-Account, während die operative Arbeit im Team oder bei der Agentur liegt, beide als Manager. Bisher lief jede Copyright-Mail an genau ein Postfach, oft an das, in dem gerade niemand nachschaut. Genau da entstehen die Fälle, in denen ein Video tagelang gesperrt ist, bevor es jemand merkt. Nutzt die Umstellung als Anlass, die Rollen im Kanal einmal aufzuräumen: Wer ist Owner, wer Manager, wer reagiert innerhalb welcher Frist auf einen Claim. Und rechnet damit, dass eure Agentur oder euer Legal-Team ab jetzt Mails bekommt, die sie vorher nie gesehen haben. Das ist der Punkt, an dem eine klare Zuständigkeit mehr wert ist als jede Eskalationsrunde.
Practice Mode: vertikale Livestreams ohne Publikum proben

Practice Mode lässt einen vertikalen Livestream auf dem Smartphone durchspielen, bevor jemand zuschaut. Chat, Umfragen, Sticker, Green Screen und der Stream selbst laufen in einem privaten Modus ohne echtes Publikum. Sitzt alles, wechselt ein Tipp auf den Live-Button aus der Probe in den echten Stream. Die Voraussetzungen für mobiles Livestreaming bleiben davon unberührt: mindestens 50 Abonnenten, ein bestätigter Kanal ohne Livestream-Einschränkungen in den letzten 90 Tagen.
Was das für euch heißt: Live ist die Disziplin, in der Marken am meisten zu verlieren haben, weil nichts nachbearbeitet werden kann. Produkt-Launch, Messe-Stream, Q&A mit dem Fachbereich: Der Ablauf lässt sich jetzt im echten Interface proben statt in einem Ablaufplan auf Folie 12. Für euer Team heißt das, dass die Person vor der Kamera und die Person am Chat einmal gemeinsam durchgehen können, wer welche Funktion bedient, ohne dass ein Testlauf öffentlich auf dem Kanal landet. Und wenn ein Livestream Teil einer Creator-Kooperation ist, gehört ein Probelauf ins Briefing, gerade wenn ihr Einblendungen, Produktnennungen oder Moderationsregeln vereinbart habt.
Qualified Views und Qualified Watch Hours: was YouTube fürs Partnerprogramm zählt

YouTube hat erklärt, was „qualified“ beim Zugang zum YouTube Partner Program bedeutet. Qualified Watch Hours entstehen nur aus öffentlichen Longform-Videos und archivierten Livestreams. Nicht mitgezählt werden private, nicht gelistete und gelöschte Videos, Videos, die als Anzeige gesehen wurden, Shorts sowie Livestreams, die nicht archiviert werden. Bei Shorts zählt nur ein Engaged View, also wenn jemand nicht sofort weiterwischt, sondern lange genug schaut, dass YouTube Analytics den Aufruf als Engaged View wertet. Auch hier muss der Inhalt öffentlich sein: private, nicht gelistete und gelöschte Shorts, Shorts, die als Anzeige gesehen wurden, und Bildbeiträge im Shorts-Feed fallen raus. Die Engaged Views pro Video stehen jederzeit in YouTube Analytics. Welche Schwellen aktuell für die Aufnahme gelten, steht in der YouTube-Hilfe zum Partnerprogramm.
Was das für euch heißt: Die Definition ist erstens ein Werkzeug für die Creator-Auswahl. Zehn Millionen Aufrufe auf dem Papier sind nicht dasselbe wie zehn Millionen Engaged Views, und der Unterschied ist genau die Zahl, die ihr im Media Kit selten seht. Fragt bei Shorts-lastigen Partnern nach den Engaged Views, nicht nach den Views. Zweitens betrifft es euren eigenen Kanal. Aufrufe, die über eine Anzeige entstehen, zählen nicht als qualified. Wer seinen Marken-Kanal überwiegend mit Media-Budget hochzieht, baut damit keine Berechtigung fürs Partnerprogramm auf. Dasselbe gilt für Kampagnenvideos, die ihr nach Ende der Laufzeit auf privat stellt, und für Livestreams, die ihr nicht archiviert. Beides ist manchmal richtig, sollte aber eine bewusste Entscheidung sein und kein Nebeneffekt eines Aufräumtags.
Was Marken aus diesem News Flash mitnehmen
Vier der fünf Updates dieser Woche drehen sich nicht um Content, sondern um Zuständigkeiten und Zählweisen. Wer bekommt die Copyright-Mail, welcher Aufruf zählt wirklich, welche Person eures Teams taucht bei Google mit eigenem Profil auf, welcher Bericht zeigt eure Videos in der Suche. Das sind Fragen an eure Prozesse, nicht an eure Kreation. Sie fallen erst auf, wenn etwas schiefgeht, und dann meistens teuer. Wie ein Marken-Kanal aussieht, bei dem Redaktion, Rechte und Reporting über Jahre sauber ineinandergreifen, steht in unserer Case Study zum Vattenfall-Kanal. Diesen unsichtbaren Teil übernehmen wir für Marken als YouTube-Agentur. Falls bei euch gerade niemand sicher sagen kann, wer im Kanal Owner und wer Manager ist: Schreibt uns über die Kontaktseite, wir schauen uns die Rollen und Rechte eures Kanals an.
Der komplette News Flash bei Creator Insider:
FAQ
Wer bekommt ein Google Search Profile?
Berechtigt ist, wer auf YouTube, Instagram oder X mindestens 35.000 Follower hat. Wer nur auf TikTok aktiv ist, braucht mindestens 100.000 Follower. Vorher lagen die Grenzen bei 100.000 beziehungsweise 300.000. Verfügbar sind Search Profiles derzeit in den USA, weitere Länder hat Google für später im Jahr angekündigt.
Was ist Practice Mode bei YouTube?
Practice Mode ist ein privater Probemodus für vertikale Livestreams in der YouTube-App. Chat, Umfragen, Sticker und Green Screen lassen sich ohne echtes Publikum testen. Aus der Probe wechselt ihr per Tipp direkt in den echten Livestream.
Bekommen Channel Manager Benachrichtigungen zu Copyright-Claims?
Ja. Alle Channel Manager erhalten künftig E-Mails zu Copyright-Claims und Entfernungsanfragen, so wie bisher nur die Kanalinhaber. Damit sehen auch Agenturen und Team-Mitglieder mit Manager-Rechten Copyright-Einschränkungen direkt.
Was ist ein Qualified View bei YouTube Shorts?
Ein Qualified View ist ein Engaged View auf einem öffentlichen Short, jemand wischt also nicht sofort weiter, sondern schaut lange genug, dass YouTube Analytics den Aufruf als Engaged View wertet. Private, nicht gelistete und gelöschte Shorts, Shorts als Anzeige und Bildbeiträge im Shorts-Feed zählen nicht.
Was zählt als Qualified Watch Hour?
Nur Wiedergabezeit aus öffentlichen Longform-Videos und archivierten Livestreams. Private, nicht gelistete und gelöschte Videos, als Anzeige gesehene Videos, Shorts und nicht archivierte Livestreams zählen nicht mit.


