Die Top 5 YouTube KPIs für Kanal Wachstum und höhere Sichtbarkeit im Algorithmus

By 25. Oktober 2019Februar 21st, 2020Analytics, Strategie

YouTube hat mit dem Creator Studio hervorragende eigene Analytics, aber auch KPIs die sich von anderen Marketing Kanälen unterscheiden. Das kann den Start einer soliden Video Strategie und die kontinuierliche Optimierung erschweren. Dieser Beitrag gibt euch einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen und wie ihr sie nutzen könnt um erfolgreich auf YouTube zu werden.

Die für den Algorithmus relevanteste KPI ist Watch Time, allerdings gibt es andere KPIs die als Indikator für gut funktionierendes Storytelling und eine starke Community zählen können wie z.B. Engagement und Zuschauerbindung.

Wie­der­ga­be­zeit / Watch Time

Experten sind sich einig das jeder YouTube Kanal Wiedergabezeit messen und auswerten sollte – aus einem einfachen Grund: Es ist die Metrik auf die der YouTube Algorithmus optimiert. Natürlich sind auch Aufrufe eine wichtige Metrik um die Skalierung einer Maßnahme zu bewerten, aber Views allein liefern nicht genug Informationen um Videos maßgeblich zu verbessern.

Ein Kanal mit Millionen von Aufrufen wird langfristig keine Reichweite aufbauen können, wenn die Wiedergabezeit nicht die Länge der Videos abbildet. Eine kurze durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er ist ein Indikator, dass die Aufmerksamkeit der Zuschauer nicht stark genug gehalten wird.

Veröffentlicht ihr regelmäßig Videos mit geringer Wiedergabezeit, müsst ihr eure Strategie dringend anpassen. Eine gute Möglichkeit ist hier das Storytelling der Videos zu verbessern.

Watch Time ist der größte Ranking Faktor für YouTube SEO. Vergleichbar mit Bounce Rate und Verweildauer, die einen starken Einfluss auf das organische Ranking bei Google haben.

Views sind relevant aber der YouTube Algorithmus misst ihnen kaum Bedeutung zu. Vermutlich auch weil es einfach ist, mit Clickbaiting diese Metrik zu beeinflussen. Wiedergabezeit ist also ein besserer Indikator für Qualität.

Es gibt drei Punkte an denen Watch Time optimiert werden muss.

Durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er / Average View Duration

Je mehr Zeit Zuschauer mit einem Video verbringen umso besser. Steigen Zuschauer in der Mitte des Videos aus, spricht das für mäßiges Storytelling. Diese Metrik im Blick zu behalten hilft euch, zu erkennen ob ihr die Aufmerksamkeit der Zielgruppe halten könnt – und an welchen Stellen Zuschauer entscheiden das Video abzubrechen, da sie das Interesse verloren haben.

Zuschauerbindung ist also ein extrem wichtiger Schritt um die Wiedergabezeit zu verlängern. Denn wenn Zuschauer ein Video bis zu Ende schauen ist die Chance, dass sie im Anschluss gleich das nächste Video eures Kanals schauen höher.

Während ihr die prozentuale Zuschauerbindung nutzen könnt um euer Storytelling zu verbessern, optimiert der Algorithmus allerdings auf die durch­schnitt­li­che Wie­der­ga­be­dau­er. Ein 20 minütiges Video, das zu 60% durchgeschaut wird, funktioniert also voraussichtlich besser, als ein 5 Minütiges Video mit 90% Zuschauerbindung.

⬆︎  20 Minuten x 60% = 12 Minuten Watch Time pro Zuschauer
⬇︎  5 Minuten x 90% = 4,5 Minuten Watch Time pro Zuschauer

„Binge-ability“

Der zweite Schritt um die Wiedergabezeit zu steigern ist die Binge-ability zu erhöhen. Ja, ein besserer Begriff ist uns dafür gerade nicht eingefallen. Ihr kennt das alle: Die neue Staffel Game of Cards launched und wir verbringen das Wochenende auf der Couch, um alle Folgen am Stück zu sehen.

Gong Bao gegen den Rest der WG
Case Study: eBay Kleinanzeigen WG – Das Format zahlt besonders stark auf die „Binge-ability“ ein.

Diesen gleichen Effekt wollen wir mit unseren YouTube Videos erzeugen, in dem wir Formate schaffen die dem Zuschauer das Gleiche, nur anders versprechen – wie bei einer guten Serie. Die KPI mit der sich Binge-ability im YouTube Creator Studio messen lässt, sind die Aufrufe pro Zuschauer. Auch eine andere Kennzahl lässt sich dafür heranziehen, um sie abzuleiten: Im Traffic Quellen Report können wir zum Beispiel sehen wie oft unsere eigenen Videos sich gegenseitig empfehlen.

Klick­ra­te der Im­pres­sio­nen / Click-Through Rate

Seit YouTube die CTR von Videos ausweist, ist diese Metrik ein immer wichtigerer Indikator für den Algorithmus geworden. Die Click-Through Rate beschreibt wie oft ein Nutzer, dem ein Video vorgeschlagen wurde, darauf geklickt hat.

Es handelt sich hierbei nicht um die reine CTR von Thumbnails. Eine Impression bezieht sich immer auf die Kombination aus Vorschaubild, Titel und ggf. Beschreibung (in der YouTube Suche).

In den Videovorschlägen werden neben dem Thumbnail auch der Titel, Kanalname und Aufrufe angezeigt.
In den Videovorschlägen werden neben dem Thumbnail auch der Titel, Kanalname und Aufrufe angezeigt.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Klickrate positiv. Das Vorschaubild trägt dabei eine entscheidende Rolle, denn es ist die größte Fläche, außerhalb des Videoplayers, die ihr vollständig kontrollieren könnt. Wie das perfekte Thumbnail gestaltet wird, haben wir in einem weiteren Artikel erklärt.

Thumbnail und Titel müssen gemeinsam ein Versprechen machen, das im Video erfüllt wird. Dieses Versprechen, muss so stark sein, dass es neue Zuschauer auf das Video bringt. Bestehende Fans eures Kanals gewinnt ihr durch eine hohe Wiedererkennbarkeit. Die Thumbnails sollten einheitlich gestaltet sein, damit sie die „Binge-ability“ eurer Formate erhöhen.

View Velocity

Wenn Zuschauer nun 20 Videos von uns am Stück bis zu Ende gesehen haben, wollen wir sie dazu bringen jede Woche wiederzukommen. Auch das gelingt über eine clevere Formatstrategie. Messen lässt sich der Erfolg der Regelmäßigkeit durch die View Velocity.

Einfach gesagt, wenn ihr wollt das euer Video auf der YouTube Startseite landet und viral geht, dann ist View Velocity – also die Aufrufe in den ersten 48 Stunden – die relevante Metrik.

Durch die Analyse tausender Videos haben wir ein internes Tool entwickelt mit dem wir in der Lage sind nach drei Tagen vorherzusagen wie viele Aufrufe das Video nach 30 Tagen haben wird.

Das liegt daran, dass es eine direkte Korrelation zwischen dem Tempo in dem ein Video Aufrufe gewinnt und dem Ranking im Algorithmus gibt.

Gewonnene Abonnenten pro Video

Über die letzten Jahre sind Abonnenten eine immer unwichtigere Metrik auf YouTube geworden. Abonnenten helfen euch aber konstant Aufrufe in den ersten Stunden eines Release zu generieren, was im Umkehrschluss wieder für ein besseres Ranking sorgt.

Den übergeordneten Zuwachs von Abonnenten zu betrachten ist nicht sonderlich nützlich. Stattdessen solltet ihr analysieren welche Videos den Anstieg auslösen. So lassen sich Formate, Themen und Story-Elemente identifizieren die neue Abonnenten bringen.

Die wichtigste KPI für den YouTube Algorithmus

Um auf YouTube viel Zeit mit eurer Zielgruppe zu verbringen, müsst ihr euer Storytelling datengetrieben verbessern. Das gelingt am besten durch rigorose Datenauswertung anhand der hier genannten KPIs.

Helfen können bei der Analyse auch zahlreiche Tools und Plattformen. Wir haben für die interne Auswertung von Kanälen eine eigene Software entwickelt die es uns ermöglich ein holistisches Verständnis für unsere Zuschauer zu entwickeln und ihr Verhalten mit unseren Videos zu analysieren.

Aber auch das YouTube Creator Studio ist ein mächtiges Tool, das alle grundlegenden Funktionen zur Verfügung stellt um bessere Videos zu entwickeln.